• Artikel die als PDF vorliegen
  • 2001 : Dezember - Registrierte Partnerschaft (Landtagsentscheid vom 12./13. 12. 2001)

Nr. 632  Fr, 14 Dez 2001 10:34
Beschlüsse der Landtagssitzung vom 12./13. Dezember 2001

Vaduz, 14. Dezember (pafl) Der Landtag hat in seiner Sitzung vom 12./13. Dezember folgende Beschlüsse gefasst:


1. Die Motion vom 13. November 2001 zur Ergänzung des Baugesetzes (behindertengerechtes Bauen) wurde an die Regierung überwiesen.
2. Die Motion vom 16. November 2001 betreffend die Ergänzung der Strafprozessordnung (Vernehmung der Zeugen) wurde an die Regierung überwiesen.
3. Die Motion vom 16. November 2001 betreffend die Schaffung eines Opferhilfegesetzes wurde an die Regierung überwiesen.
4. Die Initiative vom 19. November 2001 für ein Gesetz über die registrierte Partnerschaft und zur Abänderung des Ehegesetzes wurde zur Bearbeitung an die Regierung überwiesen.

 

  • 2001 : August - Fürstenfest Artikel im Liechtensteiner Volksblatt

 Datum=16.08.2001; Quelle=Liechtensteiner_Volksblatt; Ausgabe=184; Ressort=Inland; Seite=7; Sektion=A;


Tausende Festbesucher auf den Strassen von Vaduz

Das Volksfest lockte bei herrlichem Wetter viele Menschen an

Die Sonne strahlte gestern wohlwollend vom Himmel, als wie jedes Jahr Tausende von Besuchern ins Zentrum von Vaduz strömten, um den Staatsfeiertag mit einem Volksfest zu begehen. Für Junge und Alte ist es alljährlich die grösste Party Liechtensteins, wo man sich zum Essen, Trinken, Reden und Feiern trifft.

Rebecca Marogg

Während morgens noch fleissig aufgebaut wurde, waren am Nachmittag schon viele Besucher in Vaduz unterwegs. Das strahlende Wetter lockte alle aus ihren Häusern und versprach einen herrlichen, warmen Abend, den man idealerweise im Vaduzer Städtle genoss. Denn das Fürstenfest lockte heuer wieder Tausende von Besuchern auf die Strassen von Vaduz.

Für genügend Verpflegung war gesorgt am diesjährigen Volksfest zum Staatsfeiertag, kurz Fürstenfest genannt.

Viele liechtensteinische Vereine und Unternehmen boten an diesem Tag die unterschiedlichsten Speisen und Getränke im Vaduzer Städtle an. Von mexikanischen Tacos über Racclette, Crepes, Penne all'Arrabiata bis hin zur traditionellen Grillwurst war alles zu haben, was das Herz begehrt. An kulinarischen Spezialitäten hat es am Fürstenfest noch nie gemangelt.

Für Leib und Seele

So boten die Wildmandli an ihrem Stand einen speziellen Wildmandli-Spiess an. Bei Culture Project gab es Raclette und Flay verkaufte gebratene Maiskolben. Beim Verein Carisma wurde spanisches Essen angeboten und der Stand von Skunk stand unter dem Motto Hawaii. Ausserdem gab es unter anderem Spezialitäten aus Jugoslawien, Slowenien, Italien und den USA. Hunger musste also niemand leiden.

Immer wieder ein Höhepunkt ist dieses Fest auch für die Kinder. Karussell fahren, Zuckerwatte essen und Leuchtstäbe durch die Luft wirbeln gehören zum Staatsfeiertag wie das Feuerwerk. So sah man denn auch überall strahlende Kinder, die ihre Eltern von einer Attraktion zur nächsten zerrten.

Ein Fest der Begegnung

Gut gestärkt stürzten sich die Besucher und Besucherinnen ins Vergnügen und promenierten in den Strassen, um dort ein Gläschen zu trinken und hier ein Schwätzchen zu halten. Denn eines der Hauptmerkmale des Volksfestes ist die Tatsache, dass man immer Freunde und Bekannte trifft, die man sonst das ganze Jahr über nicht trifft. So sah man dann auch wie jedes Jahr über-all auf der Strasse Menschen lachen und zusammensitzen.

Hier trifft sich alles, von alten Schulfreunden über Verwandte bis hin zu neuen Nachbarn. Natürlich ist das Städtle an diesem Abend auch Flirtplatz Nummer eins. Zu diesem Anlass fand sich schon so manches Paar.

Für diejenigen, denen etwas Action lieber ist, gab es ebenfalls genug zu sehen. Kids on stage von Radio L bot den jüngsten potenziellen Stars die Gelegenheit, einmal vor grossem Publikum aufzutreten. Auf der Marktplatzgarage gab es verschiedene Live-Shows von Tanzgruppen, DJs legten bis spät in die Nacht auf.

Der Blues- und Rockverein zog sich wie jedes Jahr etwas aus dem Städtle zurück und liess im eigenen Zelt Bands aus der Region auftraten, die den Boden erzittern liessen.

Spektakuläre Atmosphäre

Den Boden erzittern liess auch das Feuerwerk, das wie gewohnt am Abend im dunklen Nachthimmel explodierte. Die Menschen standen einheitlich mit in den Nacken gelegten Kopf im ganzen Städtle verteilt und «Oohs» und «Aahs» waren zuhauf zu hören.

Manche sahen das Spektakel auch von oben, so zum Beispiel die Bergrettung, die wie jedes Jahr beim Eindunkeln die Höhenfeuer entzündeten und damit für eine atemberaubende Kulisse sorgten. Ein Höhepunkt war wie jedes Jahr die Feuerkrone, die von Tuass herunterstrahlte.

Nach dem Feuerwerk war natürlich noch lange nicht Schluss mit lustig. Im Städtle wurde weitergefeiert. Auf ein Glas mehr musste niemand verzichten, denn viele Besucher kommen am Staatsfeiertag mit dem Bus nach Vaduz. Dieser fährt gratis und bringt die Festbesucher auch wieder nach Hause zurück.

Schade nur, dass nach dem Staatsfeiertag ein Arbeitstag folgt. Heute Morgen sitzen viele mit etwas schmerzendem Kopf im Büro, und doch wird nichts bereut: Nächstes Jahr kommen wir wieder.

 

  • 2001 : Oktober - Coming Out Tag Artikel im Volksblatt

Volksblatt vom 10. Oktober 2001 - Seite 8

«Damals verstand mich niemand»

Der erste von drei Berichten zum Internationalen Coming-Out-Tag

Das Coming Out ist für jeden homosexuellen Menschen ein Wendepunkt in seinem Leben. Leicht fällt das auch in der heutigen, angeblich aufgeklärten Gesellschaft nicht. Heute ist der Internationale Coming-Out-Tag

Der Verein für Lesben und Schwule in Liechtenstein, kurz Flay, hat den heutigen Coming-Out-Tag zum Anlass genommen, darüber aufzuklären, wie schwierig es ist, sich als homosexuell zu outen und zu behaupten.

Um ihr wahres Leben leben zu können, müssen homosexuelle Menschen manchmal auch ein bereits gestaltetes Leben aufgeben und von vorne anfangen. Yvonnes Bericht klingt, als sei alles gar nicht so schwer gewesen, wie es bestimmt war. Sie erzählt als erste von drei homosexuellen Menschen, wie das Coming Out für sie war und was daraus resultierte.

Mein Coming-out

Das ist noch nicht so lange her, das heisst so richtig be-wusst wurde es mir erst mit 37 Jahren als ich mich Hals über Kopf in eine Frau verliebte. Vorher lebte ich mein Leben als Hausfrau und Mutter, wie das die «normale» Gesellschaft ja von einer Frau so um die 40 halt gewohnt ist. Doch plötzlich sah die Welt ganz anders aus. Irgendwie kam es mir vor, als wäre ich mitten in der Pubertät mit all den wahnsinnigen Gefühlen, Schmetterlingen im Bauch, Schweben auf Wolke sieben und Liebeskummer. All dies hatte ich nie erlebt in einer Beziehung mit einem Mann, und ich wollte diese Gefühle nun endlich leben und war überglücklich dabei.

Von da an verschlang ich jede Literatur über Homosexualität, suchte Informationen auf dem Internet über lesbische Liebe und besuchte auch Frauendiscos. Von da an wusste ich endlich, wieso ich mich schon immer zu Homosexuellen hingezogen gefühlt hatte, im Unterbewusstsein spürte ich wahrscheinlich schon immer, dass ich da auch dazugehörte.

Natürlich verstand mich damals niemand, als ich mich von meiner Familie trennte. Für meine Eltern und unsere Freunde war es unfassbar, alle glaubten, wir seinen eine glückliche Familie. Doch wie es wirklich in mir aussah, dass ich eigentlich mit mir und dem ganzen Drumherum total unzufrieden war, das merkte man mir nicht an.

Von da an war mir bewusst, wieso mich immer Frauen fasziniert hatten und ich mich auch von bestimmten Frauentypen hingezogen fühlte. Ich war unendlich froh, dass ich das gefunden hatte, was ich schon immer vermisst habe, und ich fühlte eine tiefe innere Zufriedenheit. Zum Glück konnte ich die ganze Familiensituation regeln, heute haben mein Exmann und ich ein kollegiales Verhältnis, schon wegen der Kinder, denn diese sollten am allerwenigsten leiden unter dem Ganzen.

Mit meiner jüngsten Tochter lebe ich in einer sehr glücklichen Beziehung mit meiner Freundin. So war ich auch sehr froh, als mir die Kinder sagten, sie hätten heute zwei Zuhause, und auch mein erwachsener Sohn ist sehr stolz auf seine Mami, wie sie ihr Leben meistert.

Ich bereue es nicht, dass ich diesen Schritt gewagt habe, denn wieso sollte ich mich verstecken? Mit meinem Lesbischsein hatte ich nie Probleme und ich habe auch nicht das Gefühl «anders» zu sein. Vorher war ich das Mauerblümchen, das jetzt endlich seine ganze Schönheit entfalten darf. Yvonne

  • 2001 : Oktober - Coming Out Tag Artikel im Vaterland

Vaterland vom 10. Oktober 2001 - Seite 7

Homosexuelle Menschen akzeptieren

Sie treffen sich einmal die Woche, um Erfahrungen auszutauschen oder einfach die Freizeit miteinander zu verbringen. Die Rede ist vom Kultur- und Freizeitverein für Schwule und Lesben, kurz FLay. Heute feiert Faly den Coming-Out Tag 2001.
Von Bettina frick

"Das brauche ich doch nicht, ich habe mein Leben bereits so ausgestaltet, wie ich es möchte." Das brauche ich doch nicht, ich habe mein Leben bereits so ausgestaltet, wie ich es möchteDiese Aussage höre man gelegentlich von Schwulen und Lesben, die einen Lebenspartner gefunden hätten, erzählte der Vereinspräsident von FLay, Patrick Risch. Bei diesen Menschen sehe ihre Familie kein Problem, dass der Sohn statt einer Schwiegertochter eben ein Schwiegersohn nach Hause bringe, man akzeptiere sie so, wie sie sind. Dieses perfekte Leben scheint für einige Schwule und Lesben jedoch unerreichbar zu sein. "Oft herrscht das Gefühl vor, dass man als homosexueller Mensch kein Leben führen kann, welches auch von Liebe, Freude und Glück erfüllt sein kann", stellt der Vereinspräsident fest. Um Betroffenen dennoch eine Plattform zu bieten, auf der sie zu ihren Gefühlen stehen und sich bekennen können, wurde 1998 der Schwulen- und Lesbenverein "FLay" gegründet.

Anlaufstelle für Menschen in ihrem Coming-Out

Sich im Rahmen eines Vereins einmal die Woche zu einem fixen Zeitpunkt zu treffen, ist für den Patrick Risch alles andere als ein Relikt der Vergangenheit, es ist für ihn in der heutigen schnelllebigen Zeit eine Besonderheit. Flay zählt derzeit rund 30 Mitglieder. Der Verein ist eine Anlaufstelle für Menschen in ihrem Coming-Out, eine Interessen- oder Gesprächsgruppe zum Austausch von Erfahrungen und gleichzeitig ein Freizeitclub, in dem Menschen Freunde finden können. Wie der Vereinspräsident erzählte, ist der Verein jedoch auch mit einer Menge Arbeit verbunden: "Das oft belächelte Engagement der Mitglieder ist unter anderem mit viel Mühe verbunden - sie setzen sich dafür ein, dass es in unserer Region einen Ort gibt, an dem ein homosexueller Mensch als solcher akzeptiert wird und über seine Sorgen sowie Freuden reden kann"

 

Ein Coming-Out

Coming Out wird oft der Prozess der sexuellen Selbstfindung von Menschen genannt. So weit es der Präsident von FLay, Patrick Risch, beurteilen kann, ist die Denkweise der Gesellschaft bezüglich Homosexualität bereits toleranter geworden. Dennoch ist es für viele Betroffene noch immer eine Hemmschwelle, sich öffentlich als schwul oder lesbisch zu bekennen. Im Folgenden erzählt Yvonne Schlageter aus Mels, Mitglied von FLay, von ihrem persönlichen Coming-Out: "Meine Homosexualität wurde mir erst mit 37 Jahren, als ich mich Hals über Kopf in eine Frau verliebte, bewusst. Plötzlich sah die Welt ganz anders aus. Irgendwie kam es mir vor, als wäre ich mitten in der Pubertät mit all den wahnsinnigen Gefühlen, Schmetterlingen im Bauch, schweben auf Wolke sieben und Liebeskummer. All dies hatte ich nie erlebt in einer Beziehung mit einem Mann. Ich wollte diese Gefühle nun endlich ausleben und war glücklich dabei. Von da an verschlang ich jede Litaratur über Homosexualität, suchte Informationen auf dem Internet über lesbische Liebe und besuchte auch Frauendiscos. Natürlich verstand mich damals niemand, als ich mich von meiner Familie trennte. Für meine Eltern und Freunde war es unfassbar. Alle glaubten wir wären eine glückliche Familie, doch wie es wirklich in mir aussah, dass ich eigentlich mit mir unzufrieden war, das merkte niemand. Zum Glück konnte ich in der Zwischenzeit die ganze Familiensituation regeln. Heute haben mein Ex-Mann und ich ein kollegiales Verhältnis, schon wegen der Kinder, denn diese sollten am allerwenigsten darunter leiden. Mit meiner jüngsten Tochter lebe ich in einer sehr glücklichen Beziehung, zusammen mit meiner Freundin. Ich war froh, als mir die Kinder sagten, sie hätten heute zwei Zuhause - auch mein erwachsener Sohn ist stolz auf seine Mutter, wie sie ihr Leben meisterte. Ich bereue es nicht, dass ich diesen Schritt gewagt habe, denn wieso sollte ich mich verstecken? Vorher war ich das Mauerblümchen, das jetzt endlich seine ganze Schönheit entfalten darf."

 

Kabaret: <So - oder - So>

Anlässlich des heutigen Coming-Out-Tages 2001 präsentiert > am Samstag, 24. November, um 20 Uhr im TaKino in Schaan das Kabarett Xaver & Jules mit ihrem Programm <So oder so>. Die beiden Kabarettisten bleiben in ihrem Stück keine Frage schuldig - ohne Scheu und ohne Scham, aber mit viel Ironie und Hingabe, immer auf dem Weg ans andere Ufer, so oder so. Anschliessend lädt > ins Foyer des TaKino ein. Kartenvorverkauf bei Omni Bücher und mehr, Eschen unter der Telefonnummer 373 72 10 oder per E-Mail books@omni.li.