Datum=16.08.2001; Quelle=Liechtensteiner_Volksblatt; Ausgabe=184; Ressort=Inland; Seite=7; Sektion=A;
Tausende Festbesucher auf den Strassen von Vaduz
Das Volksfest lockte bei herrlichem Wetter viele Menschen an
Die Sonne strahlte gestern wohlwollend vom Himmel, als wie jedes Jahr Tausende von Besuchern ins Zentrum von Vaduz strömten, um den Staatsfeiertag mit einem Volksfest zu begehen. Für Junge und Alte ist es alljährlich die grösste Party Liechtensteins, wo man sich zum Essen, Trinken, Reden und Feiern trifft.
Rebecca Marogg
Während morgens noch fleissig aufgebaut wurde, waren am Nachmittag schon viele Besucher in Vaduz unterwegs. Das strahlende Wetter lockte alle aus ihren Häusern und versprach einen herrlichen, warmen Abend, den man idealerweise im Vaduzer Städtle genoss. Denn das Fürstenfest lockte heuer wieder Tausende von Besuchern auf die Strassen von Vaduz.
Für genügend Verpflegung war gesorgt am diesjährigen Volksfest zum Staatsfeiertag, kurz Fürstenfest genannt.
Viele liechtensteinische Vereine und Unternehmen boten an diesem Tag die unterschiedlichsten Speisen und Getränke im Vaduzer Städtle an. Von mexikanischen Tacos über Racclette, Crepes, Penne all'Arrabiata bis hin zur traditionellen Grillwurst war alles zu haben, was das Herz begehrt. An kulinarischen Spezialitäten hat es am Fürstenfest noch nie gemangelt.
Für Leib und Seele
So boten die Wildmandli an ihrem Stand einen speziellen Wildmandli-Spiess an. Bei Culture Project gab es Raclette und Flay verkaufte gebratene Maiskolben. Beim Verein Carisma wurde spanisches Essen angeboten und der Stand von Skunk stand unter dem Motto Hawaii. Ausserdem gab es unter anderem Spezialitäten aus Jugoslawien, Slowenien, Italien und den USA. Hunger musste also niemand leiden.
Immer wieder ein Höhepunkt ist dieses Fest auch für die Kinder. Karussell fahren, Zuckerwatte essen und Leuchtstäbe durch die Luft wirbeln gehören zum Staatsfeiertag wie das Feuerwerk. So sah man denn auch überall strahlende Kinder, die ihre Eltern von einer Attraktion zur nächsten zerrten.
Ein Fest der Begegnung
Gut gestärkt stürzten sich die Besucher und Besucherinnen ins Vergnügen und promenierten in den Strassen, um dort ein Gläschen zu trinken und hier ein Schwätzchen zu halten. Denn eines der Hauptmerkmale des Volksfestes ist die Tatsache, dass man immer Freunde und Bekannte trifft, die man sonst das ganze Jahr über nicht trifft. So sah man dann auch wie jedes Jahr über-all auf der Strasse Menschen lachen und zusammensitzen.
Hier trifft sich alles, von alten Schulfreunden über Verwandte bis hin zu neuen Nachbarn. Natürlich ist das Städtle an diesem Abend auch Flirtplatz Nummer eins. Zu diesem Anlass fand sich schon so manches Paar.
Für diejenigen, denen etwas Action lieber ist, gab es ebenfalls genug zu sehen. Kids on stage von Radio L bot den jüngsten potenziellen Stars die Gelegenheit, einmal vor grossem Publikum aufzutreten. Auf der Marktplatzgarage gab es verschiedene Live-Shows von Tanzgruppen, DJs legten bis spät in die Nacht auf.
Der Blues- und Rockverein zog sich wie jedes Jahr etwas aus dem Städtle zurück und liess im eigenen Zelt Bands aus der Region auftraten, die den Boden erzittern liessen.
Spektakuläre Atmosphäre
Den Boden erzittern liess auch das Feuerwerk, das wie gewohnt am Abend im dunklen Nachthimmel explodierte. Die Menschen standen einheitlich mit in den Nacken gelegten Kopf im ganzen Städtle verteilt und «Oohs» und «Aahs» waren zuhauf zu hören.
Manche sahen das Spektakel auch von oben, so zum Beispiel die Bergrettung, die wie jedes Jahr beim Eindunkeln die Höhenfeuer entzündeten und damit für eine atemberaubende Kulisse sorgten. Ein Höhepunkt war wie jedes Jahr die Feuerkrone, die von Tuass herunterstrahlte.
Nach dem Feuerwerk war natürlich noch lange nicht Schluss mit lustig. Im Städtle wurde weitergefeiert. Auf ein Glas mehr musste niemand verzichten, denn viele Besucher kommen am Staatsfeiertag mit dem Bus nach Vaduz. Dieser fährt gratis und bringt die Festbesucher auch wieder nach Hause zurück.
Schade nur, dass nach dem Staatsfeiertag ein Arbeitstag folgt. Heute Morgen sitzen viele mit etwas schmerzendem Kopf im Büro, und doch wird nichts bereut: Nächstes Jahr kommen wir wieder.