Glossar

Romantische Orientierung

Die romantische Orientierung wird oft mit der sexuellen Orientierung verwechselt. In vielen Fällen stimmen diese beiden Orientierungen überein, doch das muss nicht so ein. Es gibt einen entscheidenden Unterschied. Die romantische Orientierung sagt aus, in wen sich eine Person verlieben kann (Schmetterlinge im Bauch, vielleicht auch Händchen halten, …). Die sexuelle Orientierung hingegen, zu wem man sich sexuell hingezogen fühlt (mit wem man schlafen möchte). Kuscheln und Küssen gehören für manche noch zur romantischen, für andere jedoch schon zur sexuellen Orientierung. Das darf jede Person für sich selbst entscheiden.

Sexuelle Orientierung

Coming-out/ outen

Coming-out (Verb: outen) bezeichnet das absichtliche/bewusste Öffentlichmachen von etwas. Meistens wird der Begriff zusammen mit dem Kundmachen der eigenen sexuellen oder romantischen Orientierung gebraucht.

Asexualität

Asexualität ist gleichzeitig ein Überbegriff für viele ähnliche sexuelle Orientierungen, kann aber auch alleine stehen. Menschen, die sehr wenig oder gar keine sexuelle Anziehung verspüren, bezeichnen sich selbst oft als asexuell. Das heißt aber nicht, dass diese Menschen prüde oder unreif sind. Es hat auch nichts mit dem Zöllibat zu tun, bei dem die Menschen sehr wohl sexuelle Anziehung gegenüber anderen verspüren können, aber ganz bewusst (meist aus religiösen Gründen) auf sexuelle Handlungen verzichten.Nach dem gleichen Prinzip können Menschen auch aromantisch sein. Dann verspüren sie zwar sexuelles Verlangen und möchten diesem auch nachgeben, doch sie fühlen dabei nichts oder nur wenig auf emotionaler Ebene. Das heisst, sie verlieben sich nicht oder nur sehr selten.

Bisexualität/biromantisch

Menschen, die sich zu zwei Gendern hingezogen fühlen.

Heterosexuell/heteroromantisch

Wenn man sich zum anderen binären Gender hingezogen fühlt. Z.B. Frauen zu Männern und umgekehrt.

Heteronormativität

Heteronormativität ist die von vielen unhinterfragt übernommene Vorstellung, dass es nur genau zwei Geschlechter gibt und dass diese beiden Geschlechter sich gegenseitig begehren.

Homosexuell/homoromantisch

Eine Person, die sich vom gleichen Gender oder von ähnlichen Gendern wie das Eigene angezogen fühlt.
Eine Person, die sich vom gleichen Gender oder von ähnlichen Gendern wie das Eigene angezogen fühlt.

Lesbisch

Frauen (und nicht-Binäre oder genderqueere Personen, die sich weiblich fühlen), die sich zu anderen Frauen hingezogen fühlen.

Schwul

Dieser Begriff beschreibt spezifisch Männer (und nicht-Binäre oder genderqueere Personen, die sich männlich fühlen), die sich zu anderen Männern hingezogen fühlen.

Pansexuell/panromantisch

Abkürzung: Pan
Pan bezeichnet Personen, die sich zu allen Gendern hingezogen fühlen können.
Manche verwenden omnisexuell/omniromantisch als Synonym. Jedoch werden immer wieder Stimmen laut, die sagen, dass dennoch ein Unterschied besteht. Pan-Menschen ist es »egal«, welches Gender ihr Gegenüber hat. Omni-Menschen hingegen sehen das Gender ihres Gegenübers und finden diese Person gerade deswegen umso attraktiver. Gemeinsam haben die beiden Orientierungen, dass sich diese Personen zu allen Gendern hingezogen fühlen können.

Metrosexualität

Metrosexuell bezeichnet im Grunde keine sexuelle Orientierung, sondern einen extravaganten Lebensstil, der von heterosexuellen Männern gelebt wird. Diese kümmern sich nicht darum, ob ihr Auftreten von der Gesellschaft als typischerweise feminin klassifiziert wird. Sie legen also keinen Wert darauf, ein klassisch männliches Rollenbild zu leben. Metrosexualität bezieht sich rein auf die Kleidung, Accessoires und Verhaltensweisen.

Zedsexuell/zedromantisch

Diese Begriffe sind gewissermaßen das Gegenteil von asexuell und aromantisch.
Eine Person, die sexuelle oder romantische Gefühle verspürt, ist zedsexuell oder zedromantisch. Synonyme hierzu wären auch allosexuell oder alloromantisch.

Biologisches/Körperliches Geschlecht

Geschlechtsidentität

Die Geschlechtsidentität beschreibt, als was sich eine Person fühlt. Dies erfolgt völlig unabhängig vom körperlichen Geschlecht. Ein Großteil der Menschen fühlt eine Übereinstimmung mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesen Geschlecht (siehe Cis-Menschen).

Cis-Menschen

Personen, deren Gender-Identität demjenigen Geschlecht entspricht, das sie bei der Geburt zugewiesen bekommen haben.

Gender

Genderfluid

Genderfluid sind Personen, deren Gender fließend ist oder wechseln kann.

Genderqueer

Dieser Begriff ist ein Synonym zu Non-binary. Bitte schau doch dort nach, was er bedeutet.

Androgyn

Laut Duden bedeutet androgyn folgendes: männliche und weibliche Merkmale aufweisend, in sich vereinigend.
Das bedeutet, androgyne Menschen lassen sich nicht klar und eindeutig in eines der beiden binären Geschlechter einordnen. Dabei kann die Person sich als Mann und Frau identifizieren, als keines der beiden oder auf dem Spektrum irgendwo dazwischen.

Bigender

Menschen, die zwei Gender haben/erleben.

Enby

Umgangsprachliches Wort aus dem Englischen für »eine nicht-binäre Person«.
Diese Menschen haben sich oft mit den Buchstaben NB, was für Non-Binary steht, abgekürzt. Spricht man die Buchstaben auf Englisch laut aus, klingt das fast wie EnBii. Daraus wurde dann das heute gebräuchliche Enby. Das Wort kann anstelle einer gegenderten Bezeichnung verwendet werden. Im Englischen wäre das zum Beispiel als Enbyfriend anstelle von Girlfriend (feste Freundin) oder Boyfriend (fester Freund). Da sich Sprache entwickelt, wäre das auch im Deutschen machbar, ist jedoch bei weitem nicht so stark verbreitet.

Non-binary/ Non-binäres Geschlecht

Dieser Begriff umfasst alle jene Personen, die sich nicht in das herkömmliche streng zweigeteilte Geschlechtersystem einordnen lassen können oder wollen. Ein Synonym wäre genderqueer.
Non-binäre Menschen können das Bedürfnis verspüren, sich androgyn zu kleiden oder ihren Körper durch medizinische Maßnahmen zu verändern. Dies kann, muss aber nicht auf eine Körperdysphorie zurückzuführen sein. Mögliche Maßnahmen wären Bartepilation, Brustentfernung oder die Einnahme von Hormonen.

Intersexualität/ Inter*/
Zwischengeschlechtlichkeit/(Intergeschlechtlichkeit)

Menschen, die körperliche Merkmale von beiden herkömmlichen Geschlechtern aufweisen, nennt man zwischengeschlechtlich. Handelt es sich dabei um nicht direkt sichtbare Merkmale (z.B. Hormone), wissen die Personen oft nichts davon. Intergeschlechtliche Menschen sind nicht so selten, wie man denkt. Es gibt etwa gleichviele Inter*Personen wie Rothaarige.Manchmal ist es bei der Geburt einer Inter*Person nicht möglich, diese einem eindeutigen, binären Geschlecht zuzuweisen. Da es bei uns jedoch noch keine Option eines dritten Geschlechtes (oder das Weglassen der Geschlechtsidentität) gibt, sind Ärzte und Eltern gezwungen, sich für eines zu entscheiden. Dies führt zu der menschenrechtswidrigen Praxis, dass in diesen Fällen die Neugeborenen (oft später auch als Kinder und Jugendliche) geschlechtsmodifizierenden Operationen oder hormonellen Behandlungen unterzogen werden. Dadurch wird ihnen das Recht auf körperliche Unversehrtheit verwehrt und die Möglichkeit genommen, ihre eigene Geschlechtsidentität zu entwickeln. Zudem sind diese Eingriffe meistens medizinisch nicht notwendig, sondern rein kosmetischer Natur. Sie zerstören aber das körperliche und psychische Wohlbefinden der Betroffenen. Oft kommen dazu lebenslange, negative Folgen wie Sterilisation, schwere Narbenbildung im Genital- und Bauchbereich, vermehrte Infektionen des Urinaltrakts, Reduktion oder Verlust sexueller Empfindungen und ein tief empfundenes Gefühl der Verletzung.

Transgender/Trans

Transition

Transition hat mehrere Bedeutungen:
Der Begriff umschreibt den Prozess, der zur Selbstakzeptanz führt und/oder das Durchmachen von Veränderungen, damit der Körper besser zur Gender-Identität passt. Dies kann durch die Einnahme von Medikamenten oder verschiedenen Operationen geschehen. Häufig ist das alles damit verbunden, Dysphorie zu lindern/minimieren.

Passing

Wie so vieles kommt auch dieser Begriff ursprünglich aus dem Englischen.
Trans* Menschen, die sich klar einem der binären Geschlechter zugehörig fühlen, möchten oft auch zweifelsfrei als dieses erkannt werden. Daher unternehmen sie gewisse Schritte, die ihr Äußeres der gefühlten Identität anpassen. Werden sie von der Gesellschaft schließlich als das erkannt, was sie sind, spricht man von Passing.

Dysphorie

Dysphorie ist eine negative Stimmungslage, mehr oder weniger starkes Unwohlsein und Unbehagen. Oft äußert sich Dysphorie in Gereiztheit. Sie kann daher kommen, dass der eigene Körper/das eigene Aussehen nicht dem Gender entspricht, als das man sich identifiziert. Es gibt verschiedene Arten von Dysphorie. Sie muss nicht immer den ganzen Körper betreffen. Oft lösen nur einzelne Teile, wie zum Beispiel die äußeren Geschlechtsorgane oder die Stimme, diese Stimmung aus.

Transfrau

Eine Person, die bei der Geburt dem männlichen Geschlecht zugewiesen wurde, aber eine Frau ist.

Transmann

Eine Person, die bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurde, aber ein Mann ist.

Transsexualismus

Transsexualismus ist ein veralteter Begriff. Heute benutzt man besser das Wort »Transgender«. Doch im Grunde bedeutet er Folgendes:
Eine Person, deren Gender-Identität von dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht abweicht, ist transsexuell. Häufig wollen diese Menschen ihren Körper durch die Einnahme von Hormonen oder Operationen so anpassen, dass Körper und Gender-Identität besser übereinstimmen.

Crossdressing

Laut Duden beschreibt Crossdressig »das Tragen von Kleidung, Schmuck und ähnlichem des anderen Geschlechts.«
Bei dieser Definition wird sehr stark in Schubladen gedacht. Demnach werden nur die binären Geschlechter unterteilt. Frauen sind feminin und Männer maskulin. Trägt ein Mann ein Kleid (was typischerweise von Frauen getragen wird) ist er ein Crossdresser.

Drag-Queen/Drag-King

Eine Dragqueen ist ein Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Absicht durch Aussehen und Verhalten eine Frau darstellt. Dabei legt er sich eine mehr oder weniger feste Rolle mit eigenem Drag-Namen zu. Im Unterschied dazu schlüpft ein Travestie-Künstler in verschiedenste Rollen, für die oft prominente Frauen als Vorbilder gelten. In beiden Fällen jedoch sind es „nur“ künstlerische Verkleidungen; D.h. damit unterscheiden sich Dragqueens und Travestie-Künstler von Personen, deren psychologische Geschlechtsidentität nicht mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt. Ein Drag-King wäre das Pendant dazu; Eine Frau schlüpft in die Rolle eines männlichen (stereotypischen) Vorbildes.

LGBTI

Queer

Queer ist ein Überbegriff oder eine Identität mancher LGBTI+ Personen. Queer kann eine sexuelle-, romantische- oder Genderidentität beschreiben, die außerhalb der gesellschaftlichen Norm liegen. Der Begriff wurde in der Vergangenheit hauptsächlich als Schimpfwort gebraucht. Heute jedoch benutzen viele LGBTI+ Personen den Begriff im positiven Sinne, um sich selbst zu beschreiben. Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass sich nicht jede LGBTI+ Person wohl fühlt, queer genannt zu werden.

CSD/Pride

CSD ist eine Abkürzung und steht für Christopher Street Day.
Pride kommt aus dem Englischen und bedeutet »Stolz«. Der CSD und die Pride sind Demonstrationen (häufig verbunden mit Feierlichkeiten) für die Gleichstellung aller Gender und sexuellen oder romantischen Orientierungen und gegen die Diskriminierung aufgrund des Genders, Geschlechts oder der sexuellen/romantischen Orientierung.

Regenbogenfamilie

Als Regenbogenfamilie wird eine Familie dann bezeichnet, wenn die Eltern das gleiche Geschlecht haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Eltern verheiratet sind (in gewissen Ländern ist das möglich), ob sie ihre Partnerschaft eintragen ließen oder weder noch.
Bei den Kindern kann es sich um die leiblichen Kinder des einen Elternteiles handeln, oder um adoptierte Kinder. In Liechtenstein ist einem Paar mit eingetragener Partnerschaft das Adoptieren von Kindern verwehrt.

Homophobie

Dabei handelt es sich im medizinischen Sinne nicht wirklich um eine Phobie, weswegen man eher den Begriff Homofeindlichkeit verwenden sollte.Homofeindlich sind Menschen, die andere Menschen aufgrund deren sexuellen oder romantischen Orientierung diskriminieren, sobald diese nicht heterosexuell/heteroromantisch sind.