Aktiv queer-freundlich sein - Wie?

Tipps und Tricks für alle Unterstützer*innen der LGBTQIA+ Gemeinschaft


Um eine Gesellschaft zu erreichen, in der sich queere Menschen genauso wohlfühlen wie alle anderen, muss sich vor allem das Verhalten der cis und heterosexuellen Menschen ändern, da diese als Mehrheit in der Gesellschaft den grössten Unterschied machen können. Wenn Du die LGBTQIA+ Gemeinschaft in Liechtenstein und darüber hinaus unterstützen willst, findest Du hier ein paar einfache Tipps und Tricks.


1. Hinterfrage Deine Vorurteile

Wir alle sind mit gewissen Vorurteilen aufgewachsen und sozialisiert worden. Bei lesbisch denken wir oft an 'Kampflesben', schwule Männer sehen wir als 'weiblich' an und wenn sich ein Mädchen als bisexuell outet, glauben wir, dass sie das 'nur für Aufmerksamkeit macht'. Der erste Schritt gegen diese Vorurteile vorzugehen ist sich einzugestehen, dass man diese Vorurteile hat. Dann erst kann man sich ganz bewusst klarmachen, dass diese Vorurteile in den allermeisten Fällen nicht zutreffen.


2. Passe Deine Sprache an

Nächstes Mal, wenn Du mit Deinen Freund*innen, Verwandten oder Kolleg*innen über Beziehungen quatscht, verwende einfach geschlechtsneutrale Begriffe. Zum Beispiel kannst du statt 'Hast Du einen Freund?' einfach fragen 'Bist du gerade in einer Beziehung?'. Somit gibst Du Deinem Gegenüber die Möglichkeit ganz offen zu sprechen.


3. Zeige Deine Unterstützung visuell

Queere Menschen können sich nie sicher sein, wie eine andere Person auf ihr Coming Out reagiert. Mit einem Sticker, Poster oder einer Regenbogen Fahne kannst Du ganz einfach Deine Unterstützung signalisieren, und zeigen, dass Du positiv auf ein Coming Out reagierst. Damit nimmst Du queeren Menschen die Hemmung, mit Dir über ihre Identität zu reden. Es ist besonders toll, wenn Du als Autoritätsperson Deine Unterstützung visuell zeigst. Hänge zum Beispiel ein Poster mit 'LGBTQIA+ Welcome' in dein Büro oder Klassenzimmer.


4. Sag was gegen 'Homo Witze'

"Zwei Schwule spielen Tennis..." Witze über queere Menschen werden immer noch zu häufig gemacht. Sie verstärken Vorurteile und sind verletzend. Nächstes Mal, wenn so ein Witz gemacht wird, sag ganz klar und deutlich "Das ist nicht witzig".


5. Schwul ist kein Schimpfwort

Ähnliche wie bei den 'Homo Witzen' gilt hier: unbedingt etwas dagegen sagen (und vor allem nicht selbst schwul als Schimpfwort benutzen). Viel zu oft wird vor allem auf Schulhöfen das Wort schwul als Beleidigung benutzt. Hausaufgaben, nervige Lehrpersonen, alles was doof ist, ist 'schwul'. Für queere Menschen, vor allem junge queere Menschen, ist es schädlich ständig hören zu müssen, dass ein Teil der eigenen Identität als Schimpfwort genutzt wird.


6. Respektvoll nachfragen

Wenn Du über etwas unsicher bist, etwa über das Geschlecht einer Person, ist es völlig in Ordnung höflich und respektvoll nachzufragen. Wenn Du zum Beispiel jemand Neues kennenlernst, und Dir nicht sicher bist, welche Pronomen Du verwenden sollst, stelle Dich selbst einfach vor mit "Hallo, ich bin Max Mustermann. Ich benutze die Pronomen Ihm/Er. Und Du?"


7. Unterschätze nie, welchen Einfluss Du haben kannst

Als aktive*r Unterstützer*in der LGBTQIA+ Gemeinschaft kannst Du einen unendlich grossen positiven Einfluss auf queere Menschen haben, ohne jemals davon etwas mitzubekommen. Vielleicht hat die Trans Person an Deinem Arbeitsplatz keinen Ausweg mehr gesehen, bis sie den Regenbogenkleber auf Deinem Laptop gesehen hat. Vielleicht hat sich der schwule Junge in Deiner Klasse zu Hause endlich getraut über seinen Freund zu sprechen, weil Du ihm Unterstützung signalisiert hast. Und vielleicht kann Deine Cousine wieder besser schlafen, seit Du etwas gegen den 'Homo Witz' auf dem letzten Familienfest gesagt hast.


Queere Menschen brauchen Unterstützung. Mit einer kleinen Aktion kannst Du möglicherweise für uns einen grossen Unterschied machen.